Dieser Band beschäftigt sich mit dem Aufstieg Cordobas nach der Herrschaft des legendären ´Abdurrahman I., dem Begründer des umayyadischen Emirats in Andalusien. Nachdem der „Falke der Quraisch“ die zersplitterten Kräfte Spaniens geeint und die Grundlage für ein neues islamisches Reich im Westen gelegt hatte, mussten seine Nachfolger dieses Erbe bewahren, verteidigen und weiter ausbauen.
Im Mittelpunkt dieses Werkes stehen Hisham, al-Hakam und Abdurrahman II. Unter ihnen entwickelte sich Cordoba von der Hauptstadt eines jungen Emirats zu einer bedeutenden Macht im Westen. Doch dieser Aufstieg war weder friedlich noch geradlinig. Die Herrscher mussten sich gegen Rebellionen, familiäre Machtkämpfe, rivalisierende Fürsten, Aufstände in den Städten, christliche Angriffe aus dem Norden, fränkischen Druck im Nordosten und sogar gegen die Gefahr der Normannen zur See behaupten.
Der Leser wird auch in diesem Band erkennen, dass die islamische Geschichte nicht verklärt betrachtet werden darf. Andalusien war nicht nur ein Land der Gelehrten, Moscheen, Dichter und Paläste, sondern ebenso ein Ort harter Machtkämpfe, Intrigen und blutiger Auseinandersetzungen. Je weiter sich die Geschichte von der Zeit des Propheten s und seiner edlen Gefährten entfernte, desto deutlicher traten menschliche Schwächen, politische Begierden und innere Spaltungen hervor. Dies zeigt sich in Andalusien ebenso wie in anderen Teilen der islamischen Welt.
Es ist für den Muslim wichtig, diese Tatsache zu verstehen und zu akzeptieren. Perfektion war dem Propheten s vorbehalten. Alles danach blieb menschlich, fehlerhaft und mangelhaft, selbst wenn darin viel Gutes, Stärke und Aufrichtigkeit zu finden war. Wer die islamische Geschichte nur idealisiert, wird von der Realität enttäuscht. Wer sie aber ehrlich liest, kann aus ihr Nutzen ziehen: als Warnung, als Erinnerung und als Lehre.
Dieser Band zeigt, dass Aufstieg und Niedergang nicht zufällig entstehen. Staaten und Gemeinschaften werden stark, wenn Glaube, Wissen, Gerechtigkeit, Ordnung und Opferbereitschaft zusammenkommen. Sie werden schwach, wenn Neid, Spaltung, Machtgier und Ungerechtigkeit überhandnehmen. So ist der Aufstieg Cordobas nicht nur eine Geschichte vergangener Größe, sondern auch eine Mahnung für jede Generation.
A.I. Akram konnte keinen weiteren vollständigen Band dieser Reihe mehr schreiben, da er während der Arbeit am nächsten Werk verstarb. Damit ist „Der Aufstieg von Cordoba“ nach unserem Wissen der letzte vollständig abgeschlossene Band seiner Reihe über die islamische Geschichte. Möge Allah dem Autor barmherzig sein und dieses Werk zu einem Nutzen für die Leser machen.
460 Seiten, Hardcover